
Von Faro nach Lissabon
Ein Roadtrip durch Portugals Süden
Ankunft in Faro
Nach einer Fahrt mitten in der Nacht zum Flughafen Zürich, gefolgt vom ganzen üblichen Flugchaos – Check-in, Sicherheitskontrollen, Warten – landeten wir endlich in Faro. Die Sonne strahlte uns ins Gesicht, und während der Mietwagenübernahme, die erstaunlicherweise reibungslos ablief, kamen wir in unserer warmen Kleidung bereits etwas ins Schwitzen. Es war erst acht Uhr morgens, aber durch die Reise war unsere Energie bereits aufgebraucht.
Jetzt waren wir ja aber schon mal da, und ein Bett hatten wir nicht zur Verfügung, da wir noch zu früh waren für das Check-in. Also machten wir uns auf zu einem nahegelegenen Strand in der Nähe des Flughafens. Ausgestiegen und die Flip-Flops angezogen, spazierten wir den Strand entlang und genossen die Sonne im Gesicht und das Salzwasser an unseren Füssen. Herrlich – vom kalten Wetter in so ein schön warmes Klima!

In der Hoffnung, vielleicht doch bereits einchecken zu können, haben wir uns dann bald auf den Weg zu unserer Unterkunft gemacht. Durch das Verkehrschaos einer portugiesischen Stadt geschlängelt und schliesslich das Parkhaus gefunden, suchten wir unsere Unterkunft “Lemon Tree Stay” auf. Doch nichts wars, unser Zimmer war noch nicht bereit. Also blieb uns nichts anderes übrig, als unser Gepäck zu deponieren und die Stadt zu erkunden.


Nach einem dringend nötigen Kaffee hatten wir dann wieder etwas Energie und schlenderten durch die schönen gepflasterten Gassen von Faro. Überall gab es kleine Läden und schöne Gebäude zu bestaunen. Doch schon bald machte sich unser Magen bemerkbar, denn durch die Zeitverschiebung hatten wir bereits um elf Uhr erste Anzeichen von Hunger. Doch finde in Portugal ein Restaurant, das um diese Zeit bereits geöffnet hat.… Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten wir Glück und fanden ein Plätzchen in einem Steakhaus.
Nach dieser Stärkung versuchten wir unser Glück nochmals und tatsächlich, unser Zimmer war bezugsbereit. Wir ergriffen die Chance und legten uns kurz hin, naja, es wurden dann doch ein paar Minuten mehr als geplant. Gut, danach konnten wir uns schon bald fertig machen für das Abendessen. Wir entschieden uns schnell für die kleine Tapasbar “8 Tapas” versteckt in einer Seitengasse. Sehr gutes Essen und guter Weisswein! 😉
Nach diesem sehr leckeren Essen drehten wir noch eine kleine Runde durch Faro und schlenderten am Hafen entlang. Da es doch ein sehr anstrengender Tag war, ging es für uns danach ins Bett, um am nächsten Tag für die Weiterfahrt fit zu sein.
Das «Lemon Tree Stay» hat einen kleinen Innenhof mit einem Zitronenbaum in der Mitte, daher auch der Name. In diesem Innenhof gab es ein sehr leckeres Frühstück, serviert von der netten Mitarbeiterin. Da wir uns einige Sachen vorgenommen hatten zum Besichtigen, ging es direkt nach dem Frühstück mit der Weiterfahrt los.
Weiterfahrt nach Aljezur
Unseren ersten Halt auf der Weiterfahrt nach Aljezur legten wir bei der “Benagil Höhle” ein. Vom Parkplatz aus erreichten wir diese Höhlen nach einem kurzen Spaziergang. Ich habe aber mehr die schönen Klippen bestaunt als diese Höhle oder wohl eher das Loch im Boden. Diese Höhle könnte man auch mit einer geführten Bootstour besichtigen, da würde man wohl mehr sehen und es wäre wahrscheinlich auch sehenswert, aber nur von oben, war es nichts Besonderes, und ausserdem waren mir hier zu viele Menschen. Wir entschieden uns nach kurzer Zeit bereits wieder weiterzufahren.


Unseren zweiten Stopp legten wir am südwestlichsten Punkt von Portugal ein, beim “Farol do Cabo de São Vicente” (Leuchtturm am Cap von São Vicente). Hier war auch schön viel los. Auch hier bestaunten wir diese wunderschönen Klippen und den Leuchtturm darauf. Nachdem wir eine Bratwurst beim Stand “Die letzte Bratwurst vor Amerika”, ein Bratwurststand von zwei deutschen Auswanderern betrieben, genossen hatten und durch den Markt schlenderten, auf welchem alles viel zu teuer verkauft wurde, ging es weiter.


Wir waren noch etwas früh dran und so entschlossen wir uns spontan, die “Fortaleza de Sagres”, eine Seefestung, zu besuchen. Für fünf Euro kann man das Kap, auf welcher die Festung steht, besichtigen, dazu gehören auch ein Museum und ein Leuchtturm.


Da uns der Vermieter der nächsten Unterkunft mitgeteilt hatte, dass wir am besten vor Einbruch der Dunkelheit anreisen sollten, da die Unterkunft ansonsten eventuell schwer zu finden sei, machten wir uns auf den Weg. Da wussten wir noch nicht, welches Abenteuer uns erwarten würde. Wir wussten, dass die “Lemon Lodge” etwas abgelegen war, also gingen wir vor der Fahrt in die Hügel, in denen die Lodge lag, noch etwas Proviant einkaufen.
Danach ging es los: über Schotter und Steine, durch unzählige Schlaglöcher und mit tausend Nerven weniger erreichten wir schliesslich das Häuschen, in dem wir für zwei Nächte übernachten würden, endlich! Kleiner Tipp am Rande: Falls ihr ebenfalls in der “Lemon Lodge” übernachten wollt, empfehlen wir einen Mietwagen, der etwas höher liegt, mit unserem Seat Ibiza war es stellenweise schon etwas kritisch.
Doch die Fahrt hat sich gelohnt: Die “Lemon Lodge” liegt eingebettet in den Hügeln und bietet ein kleines Paradies für Naturliebhaber. Stille. Nur das Pfeifen des Windes, das Knarzen der Bäume und, natürlich, das Bellen und Miauen der Hunde und Katzen des Vermieters, die alle sehr zahm und freundlich sind, sind zu hören.



Nach unserer Ankunft erkundeten wir das weitläufige Gelände, kochten zu Abend, spielten Spiele und genossen einfach die Ruhe. Doch da bereits Oktober war, konnten wir leider nicht lange draussen sitzen – hier in den Hügeln war es recht zügig und am Abend auch schnell ziemlich frisch.
Am nächsten Tag mussten wir wieder ins Tal, denn wir hatten zu wenig Proviant eingekauft. Hätten wir das nur früher gewusst… Nun ja, uns blieb nichts anderes übrig, als die Schotterstrasse wieder hinunterzufahren.
Wir verbanden den Einkauf direkt mit einem Besuch am wundervollen Strand “Praia da Carriagem”. Einfach nur wow, was für ein Wunder die Natur doch ist! Da es kein typischer Badestrand ist, da zu gefährlich wegen der hohen Wellen und der Felsen im Meer, waren auch nur sehr wenige Menschen dort. Nach einem Picknick mit Meerblick genossen wir einfach das Rauschen der Wellen, die Sonne im Gesicht und den Sand unter den Füssen. Doch hier sollte man immer auf die Flut achten, als das Meer langsam näherzukommen schien, machten wir uns wieder auf den Weg zurück in unsere Lodge.


Weiterfahrt nach Sines
Am nächsten Morgen setzten wir unsere Reise in Richtung Sines fort. Auch für diese Fahrt hatten wir uns wieder einige Orte zur Besichtigung herausgesucht. Da uns der Strand vom Vortag so gut gefallen hatte, wiederholten wir unser Picknick, diesmal am ebenso schönen Strand “Praia do Vale dos Homens”. Nur war dieser absolut menschenleer, denn das Wetter war heute nicht so schön. Doch wir genossen es auch bei etwas kühleren Temperaturen und bewölktem Himmel.

Weiter ging es zum Leuchtturm “Farol do Cabo Sardão”, doch auch hier war die Aussicht auf die Klippen deutlich schöner als der Leuchtturm selbst. Da es recht windig und kühl war, zog es uns schon bald weiter.

Kurz bevor wir in Sines ankamen, machten wir ganz spontan noch einen Abstecher zum berühmten Strand “Praia do Malhão”. Auch dieser war wunderschön, allerdings hatte es hier schon deutlich mehr Menschen.

In Sines angekommen, checkten wir in unserem Hotel “Sea View Business & Leisure Hotel” ein und gönnten uns nach diesem doch recht anstrengenden Tag eine wohlverdiente Pause im Hotelzimmer.
Da wir uns für das Nachtessen nicht mehr auf die Suche nach einem Restaurant machen wollten, und wie sich am nächsten Tag herausstellte, wir wohl auch keines gefunden hätten (aber dazu später mehr), speisten wir im hoteleigenen Restaurant “Volata do Mar”. Wir waren fast allein, und das Essen war wirklich sehr, sehr lecker!
Am nächsten Morgen genossen wir die Auswahl am Frühstücksbuffet, nachdem wir nun zwei Tage das Frühstück selbst machen mussten, wirklich sehr. Während des Frühstücks beschlossen wir, erstmal etwas die Stadt zu besichtigen. Voller Freude machten wir uns auf den Weg, doch es stellte sich schnell heraus, dass Sines keine wirklich schöne Altstadt hat, und wir konnten lediglich die Burg “Castelo de Sines” anschauen und das wars dann auch schon.

Etwas enttäuscht machten wir uns wieder auf den Weg ins Hotel, welches etwas ausserhalb liegt und von der Stadt aus ca. 15 Minuten zu Fuss erreichbar ist. Im Hotel überlegten wir lange, ob wir uns einfach das Wellness gönnen sollten, entschieden uns dann aber doch dagegen, da es so schönes Wetter war. Und wie kann es anders sein, wir genossen wieder einmal ein Picknick an einem Strand, diesmal am “Praia da Costa Norte”, auch dieser war wieder fast menschenleer. Baden war hier allerdings auch nicht möglich, da die Wellen einfach riesig waren.

Nach einer Ruhepause im Hotel genossen wir wieder ein leckeres Abendessen im Hotelrestaurant, da – wie oben beschrieben – absolut kein Restaurant in der Nähe war, das für uns infrage gekommen wäre. Heute genoss ich ein typisches portugiesisches Gericht aus der Region Alentejo: Brotgnocchis «Gnocchis de Pão Alentejano». Alentejo ist die Region, in welcher Sines liegt. Das Essen hier im hoteleigenen Restaurant ist wirklich sehr empfehlenswert.
Nach einem kurzen Abstecher in die Hotelbar ging es für uns auch schon wieder ins Bett – naja, für mich wurde es dann doch ein ziemlich langer und spannender Leseabend. 😊
Alles in allem war das Hotel sehr schön, das Essen super, aber Sines selbst war für uns keinen Besuch wert. Im Nachhinein hätten wir diesen Stopp wohl ausgelassen und stattdessen irgendwo anders übernachtet oder sicherlich nur eine Nacht anstatt zwei hier verbracht.
Letzter Halt: Lissabon
Es waren bereits die letzten Tage unserer Reise angebrochen, und so machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten Halt: Lissabon. Unterwegs hielten wir noch bei den “Ferry abandonado” an, zwei Schiffswracks, die in einem Hafen liegen und über und über mit Graffitis bedeckt sind.

Da mein Freund unbedingt noch einmal baden wollte, besuchten wir kurz vor Lissabon den Badestrand “Praia da Figueirinha”. Hier waren dann doch recht viele Menschen unterwegs. Doch da der Atlantik, ehrlich gesagt, arschkalt war, gingen wir beide nur kurz hinein und genauso schnell wieder raus. Das musste reichen. 😄 Und da das Wetter es heute wieder gut mit uns meinte und wir ziemlich schwitzten, war das eine willkommene Abkühlung.
Nach einem kurzen Halt an der Tankstelle und in der Waschanlage, unser Auto war durch die ganzen Schotterstrassen ziemlich dreckig geworden, fuhren wir ins Stadtzentrum von Lissabon. Ganz spektakulär über die berühmte Brücke “Ponte 25 de Abril”. Nach dem ganzen Verkehrschaos – Horror! – fanden wir schliesslich die Tiefgarage, die am nächsten zu unserem Hotel, dem “Pestana CR7 Lisboa”, lag.
Als wir unser Zimmer aufsuchten, empfing uns ein Stadium voller klatschender und jubelnder Leute, zumindest der Ton davon. Jedes Mal, wenn wir durch den Gang zum Treppenhaus gingen, begrüsste uns dieser Jubelschrei. Nicht so unser Ding, aber für Fussballfans sicherlich toll.
Da es schon später Nachmittag war, erkundeten wir kurz die Stadt rund ums Hotel. Da das Hotel sehr zentral im Viertel “Baixa” liegt, waren wir sofort mitten im Geschehen. Wir drehten noch eine Runde über den “Praça do Comércio” und machten uns danach fürs Abendessen parat. Zum Glück hatten die Restaurants hier bereits vor 19.30 Uhr geöffnet, und wir konnten zu unserer gewohnten Zeit um 18.00 Uhr essen gehen. 😊

Am nächsten Tag beschlossen wir, das “Castelo de São Jorge” zu besichtigen. Zum Glück waren wir am Morgen schon recht früh da, denn wir konnten nach nur kurzem Anstehen hinein. Als wir wieder herauskamen, sah das allerdings schon ganz anders aus, eine riesige Schlange! Also unser Tipp: entweder früh aufstehen oder das Ticket im Voraus kaufen.
Die Aussicht von hier oben war wunderschön! Nachdem wir die Burg, oder besser gesagt das, was davon noch übrig ist, erkundet hatten, genossen wir einen Kaffee und ein “Pastel de Nata”, das typische portugiesische Puddingtörtchen, mit traumhaftem Blick über die Stadt.



Das Viertel rund ums Schloss “Alfama” hat mir besonders gut gefallen. Hier war es deutlich ruhiger als im Baixa-Viertel, mit vielen kleinen Läden voller handgemachten Produkten und gemütlichen Cafés. Wir sind hier eine Weile geblieben und ehrlich gesagt, würde ich beim nächsten Mal wahrscheinlich in diesem Viertel übernachten.

Weiter ging unsere Stadterkundung: Durch Zufall entdeckten wir einen kleinen Markt, auf dem wir handgemachte, regional hergestellte Seifen gekauft haben. Wir legten den ganzen Tag alles zu Fuss zurück und konnten so viele schöne Ecken der Stadt entdecken.
Zum Abschluss unserer Stadterkundigung gönnten wir uns noch eine Weinverkostung bei “Wines of Portugal”. Hier kann man verschiedene portugiesische Weine probieren, leider hat uns aber keiner so richtig überzeugt.
An diesem Abend beschlossen wir, im hoteleigenen Restaurant, oder besser gesagt in der Sportbar, zu Abend zu essen. Das Essen war sehr lecker!
Da wir am nächsten Tag bereits recht früh aufstehen mussten, um unsere Rückreise anzutreten, ging es für uns danach, nach ein paar Runden “Tschau Sepp”, auch schon ab ins Bett.
Heimreise in die Schweiz
Der letzte Tag war angebrochen. Nach dem Frühstück und dem Check-out machten wir uns über den gepflasterten Altstadtboden mit unseren schweren Koffern, da natürlich viele Mitbringsel gekauft wurden, auf den Weg zur Tiefgarage. Als wir das Ticket entwerteten, traf uns der Schlag: Für nicht mal 48 Stunden Parken mussten wir über 90 Euro bezahlen! Ja, eigentlich ist das normal in einer Grossstadt, aber in diesem Moment war es einfach kaum zu glauben.
Schweren Herzens kämpften wir uns dann nochmals durch das Grossstadt-Verkehrschaos auf den Weg zum Flughafen.
Die Autorückgabe verlief viel schneller und unkomplizierter, als wir erwartet hatten, und so waren wir dann auch viel zu früh am Flughafen. Dieser war brechend voll. Wir gönnten uns noch einen Kaffee und warteten auf die Gate-Bekanntgabe und warteten und warteten. Sage und schreibe 15 Minuten vor Abflug wurde das Gate dann endlich bekanntgegeben.
Wir landeten mit rund einer Stunde Verspätung wieder in der Schweiz und wurden direkt mit dem kompletten Kontrastprogramm empfangen. Von Sonne und fast 30 Grad in Portugal zu Regen und gerade mal 15 Grad. Der Alltag holte uns wieder ein, aber die Erinnerungen an diese wunderschöne Reise bleiben.



