Ein Roadtrip durch Südnorwegen

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Im August 2023 haben wir uns einen Traum erfüllt: Wir erkundeten Südnorwegen mit einem Mietauto. Von Oslo ging es quer durchs Land nach Bergen und dann entlang der wunderschönen Südküste zurück in die Hauptstadt.

ECKDATEN

Reisedauer: 13 Tage
Reiseart: Roadtrip mit einem Mietauto
Start- und Endpunkt: Oslo
gefahrene Kilometer: ca. 1’500

Unsere Route

Oslo

Nach der Anreise mit dem Flugzeug gelangen wir mit dem Flyget, ein Zug welcher zwischen Drammen, einem Vorort von Oslo, und dem Flughafen verkehrt, nach Oslo. Hier bezogen wir unsere erste Unterkunft für diese Reise, das Hotel Bondeheimen, welches im Stadtzentrum von Oslo liegt. Von hier aus kannst du viele Sehenswürdigkeiten zu Fuss gut erreichen.

Unser erstes Abendessen in Oslo genossen wir im Café Cathedral, einem gemütlichen Restaurant mit italienischen Spezialitäten. Da drinnen schon alles reserviert war, mussten wir auf der Terrasse essen… brrr🥶 Doch das Essen, genauer gesagt die “Pizza Parma”, war so gut, dass es nicht bei diesem einen Besuch blieb – aber dazu später mehr. Eine klare Empfehlung von uns!

Am nächsten Morgen machten wir eine Fjord-Sightseeingtour auf einem alten Segelschiff (Oslo: Oslofjord-Sightseeing-Kreuzfahrt mit dem Segelschiff | GetYourGuide). Die Rundfahrt dauerte circa zwei Stunden. Die Tour war moderiert, sodass immer wieder spannende Informationen über die Lautsprecher widergegeben wurden. Das Schiff fuhr ausserdem an einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Oslo vorbei, der Oper, deren Form an einen Eisberg erinnern soll – mehr oder weniger. 😉

Nach der Bootstour ging es zu Fuss vom Hafen aus weiter zum Königsschloss. Hier fand um 13.30 Uhr die Wachablösung statt, welche wir nicht verpassen wollten, allerdings fanden wir sie dann doch eher unspektakulär. Das Schloss könnte zudem auch von innen besichtigt werden, was wir jedoch ausgelassen haben.

Nach einem Spaziergang durch das Stadtzentrum und einer anschliessenden Ruhepause im Hotel, machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Wir entschieden uns wieder fürs Café Cathedral, da es gestern so lecker gewesen war und wir, zugegeben, kein anderes Restaurant fanden. Heute hätten wir einen Platz drinnen bekommen, doch nach etwa fünf Minuten beschlossen wir, freiwillig nach draussen zu gehen, weil es einfach zu laut war und wir unsere eigenen Worte nicht mehr verstehen konnten. Natürlich genossen wir wieder eine “Pizza Parma”. So neigte sich unser Tag in Oslo dem Ende zu und wir freuten uns auf den nächsten Tag, denn endlich ging die Rundreise los!

Am Flughafen Oslo wollten wir unser Mietauto so schnell wie möglich abholen, doch leider dauerte es länger als erwartet. Die Autovermietung versprach uns immer wieder, dass es bald so weit sei, und versuchte gleichzeitig, uns immer wieder einen Tesla anzubieten, obwohl wir einen Benziner gebucht hatten. Wir wollten jedoch kein reines Elektroauto, da wir uns unsicher waren, wie gut die Ladeinfrastruktur auf unserer Strecke ausgebaut sind. Es stellte sich heraus, dass die Vermietung schlichtweg zu wenige Benziner vorrätig hatte, da fast niemand ein Elektroauto wollte. So mussten wir lange warten, während die Vermieter weiterhin versuchten, uns einen Tesla schmackhaft zu machen, was wir als ziemlich lästig empfanden. Schliesslich, nach einer gefühlten Ewigkeit, bekamen wir dann endlich den Benziner, den wir gebucht hatten. Später erfuhren wir, dass Norwegen zwar sehr gut mit Elektrotankstellen ausgestattet ist, aber für uns wäre ein Elektroauto für einen Roadtrip dennoch unpraktisch, schliesslich möchte man die atemberaubende Landschaft geniessen und nicht ständig auf das Aufladen warten müssen.

Nachdem wir unser Auto dann endlich erhalten hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in Bø. Auf dem Weg dahin, besuchten wir die Stabskirche von Heddal. Stabskirchen sind Kirchen aus Holz, bei welchen die Konstruktion auf Pfählen ruhen, diese Kirchen sind vor allem typisch für skandinavische Länder. Die Kirche in Heddal wurde etwa im Jahr 1250 erbaut und ist mit 25 Meter Länge, 17 Meter Breite und 29 Meter Höhe die grösste in Norwegen. Es gab über 1’000 solcher heiligen Gebäude in Norwegen, heute sind es gerade noch 28. Für 100 NOK kann die Kirche von Innen besichtigt werden. Es gibt hier zudem ein Café, in dem wir einen Apfelsaft genossen, der mit leckeren Äpfeln aus der Region Telemark hergestellt wurde. Dazu gab es ein Stück hausgemachten Apfelkuchen.

Am späteren Nachmittag bezogen wir unsere Unterkunft, eine Hütte auf dem Beverøya Hytteutleie og Camping. Die Hütte hat einen Wohn- und Essbereich mit einer kleinen Küche, ein kleines Badezimmer sowie ein kleines Schlafzimmer. Der Camping liegt direkt am Fluss Bøelva, bei schönem Wetter kann man hier baden. Obwohl der Campingplatz direkt an einer Hauptstrasse lag, war es überraschend ruhig. Der Strassenlärm war für uns kaum wahrnehmbar.

Am nächsten Morgen unternahmen wir unsere erste Wanderung. Wir parkierten das Mietauto auf dem Parkplatz des Skigebiets “Vinterlandheisen”. Die geplante Route wäre eine Rundwanderung um den Øysteinnatten gewesen (siehe Karte). Bis zum Øysteinnatten haben wir es auch geschafft. Da der Weg von dort aus jedoch nicht mehr gut gekennzeichnet war, haben wir uns verirrt. Wir entschieden uns umzukehren und denselben Weg wieder zurückzugehen. Weil es in den letzten Wochen in Südnorwegen stark geregnet hatte, war es matschig und nass, sodass sich der Weg ziemlich abenteuerlich gestaltete. Insgesamt waren wir somit ungefähr 15 Kilometer gewandert und haben 500 Höhenmeter bewältigt. Diese Wanderung ist ausserdem nichts für Menschen mit Höhenangst, da eine steile Felswand mit einem Seil überwunden werden muss (in unserm Fall einmal hoch und einmal runter). Die Aussicht sowie die Landschaft war jedoch wunderschön und die Anstrengung hat sich wirklich gelohnt.

Eidsborg | Haukeli

Am Donnerstag fuhren wir weiter Richtung Westen. In Eidsborg machten wir einen Halt und besuchten das Vest-Telemark-Museum, ein Museum über die Geschichte der Region West-Telemark sowie ein kleines Freilichtmuseum mit alten Gebäuden aus dieser Region. Auch hier kann wieder eine kleine Stabskirche besichtig werden.

Nach einer spannende Geschichtsstunde über die Region West-Telemark, ging es weiter zu unserer nächsten Unterkunft. Da wir etwas zu früh für den Check-in waren, fuhren wir noch weiter und machten einen Abstecher über die alte Haukelistrasse. Diese Strasse bietet einen grandiosen Ausblick auf eine wunderschöne Landschaft. Klare Empfehlung!

Nun bezogen wir unser Zimmer im Haukeli Hotell. Hier genossen wir zum ersten Mal eine norwegische Spezialität: Rentier. Nicht unbedingt mein Lieblingsessen, aber es war trotzdem lecker.

Bergen

Von Haukeli aus ging es weiter nach Bergen, an die Westküste Südnorwegens. Die Fahrt durch die atemberaubende Landschaft war faszinierend. Unterwegs fuhren wir am Låtefossen vorbei, ein grosser bekannter Wasserfall. Leider waren alle Parkplätze besetzt, sodass ich nur ein Foto aus dem Auto heraus schiessen konnte.

Am Nachmittag erreichten wir Bergen und waren sofort begeistert von der Architektur und der entspannten, lockeren Stimmung in der Stadt. Hier gefiel es uns wirklich sehr!😍

Wir wohnten für zwei Nächte im modernen Hotel Scandic Ørnen. Vom Hotel aus erreichten wir das Stadtzentrum zu Fuss in ca. 10 – 15 Minuten.

Unser nächster Tag in Bergen startete mit einer Fjordsightseeingtour durch den Osterfjorden. Das Schiff fuhr an steilen Klippen, Wasserfällen und kleinen Dörfern vorbei. Die kurzweilige Tour dauerte ungefähr 3.5 Stunden und durch die Lautsprecher erfuhren wir spannende Informationen und Wissenswertes über die Region oder es erklangen einfach schönen Melodien.

Am Nachmittag, nach der Fjordtour, genossen wir im Godt Brød eine leckeres “Zvieri” bestehend aus einem Brownie, einem Cappucino und einer Johannisbeer-Himbeer-Limonad. Zum Abendessen gab es für uns wieder einmal Italienisch, da die Auswahl an norwegischen Restaurants in Bergen eher begrenzt ist – entweder italienisch oder amerikanisch.

Stavanger | Tau

Von Bergen aus fuhren wir weiter Richtung Süden. In Stavanger machten wir einen kurzen Halt und besuchten die Altstadt mit den bekannten schönen weissen Holzhäusern.

Nach dem Besuch von Stavanger und einer weiteren kurzen Autofahrt bezogen wir in Tau unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte: das Lilland Brewery Hotel. Die Zimmer sind klein aber fein. Das Meer erreichten wir zu Fuss in circa 10 Minuten.

Am nächste Tag unternahmen wir unsere zweite Wanderung auf dieser Reise. Die Wanderung führte uns zur berühmte Felsformation “Preikestolen”. Leider etwas zu berühmt.. es waren sehr viele Menschen unterwegs und teilweise, wenn die Wege eng waren, führte dies zu “Stau”. Wenn nicht so überfüllt, wäre die Wanderung wäre insgesamt sehr schön gewesen. Unser Lunchpaket, welches wir im Hotel erhalten haben (anstelle eines Frühstücks) genossen wir etwas abseits von der Menschenmenge. Die Wanderung ist 8km lang und gemäss Wanderführer braucht man für den Aufstieg sehr gut gerechnete 2-3 Stunden. Mit unserem guten Schuhwerk und nicht in Halbschuhen oder Sandalen, wie es einige andere Touristen trugen, waren wir in 1.5 Stunden oben.

Zurück im Hotel, gönnten wir uns zur Belohnung ein Bier, welches in der Mikrobrauerei des Hotels gebraut wird. Wir hatten Glück: An diesem Tag war es sonnig und warm, und so machten wir es uns auf der Terrasse des Hotels gemütlich

Bei diesem schönen Wetter genossen wir auch das Abendessen mit einem Pick-Nick im wunderschönen Park direkt neben unserem Hotel. Eine perfekte Alternative zu einem Restaurantbesuch.

Sogndalstrans | Südkap | Åros

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg weiter Richtung Süden und besuchten unterwegs das historische Städtchen Sogndalstrand. Die Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie die umliegende Kulturlandschaft stehen unter Denkmalschutz. Am Meer genossen wie die Brise und das mitgebrachte Sandwich aus dem Lunchpaket zum Mittagessen.

Weiter ging es zum Südkap beziehungsweise zum Leuchtturm Lindesnes. Der Leuchtturm ist Norwegens ältestes Leuchtfeuer (1656) und kennzeichnet den südlichsten Punkt des Festlandes, 2518 km entfernt vom Nordkap. Im dazugehörigen Restaurant genossen wir, einmal^mehr, einen Apfelsaft mit Äpfeln aus der Region Sørlandet.

Am Abend bezogen wir dann unsere nächste Unterkunft, ein nettes Hüttchen auf dem Campingplatz “Åros Feriesenter”.

kristiansand | Sandefjord

Da unsere Reise schon bald zu Ende ging, mussten wir unseren Weg wieder Richtung Oslo einschlagen. Bei unserer Weiterreise legten wir einen Zwischenhalt in Kristiansand ein, eine Stadt am Meer. Die Stadt ist zwar nicht sonderlich spektakulär, es gibt hier jedoch viele Läden. Da freut sich das Shopping-Herz.

Am späteren Nachmittag bezogen wir unsere vorletzte Unterkunft, ein Apartment auf dem Campingplatz Langeby. Hier verweilten wir nur eine Nacht, denn die letzte Nacht verbrachten wir etwas näher am Flughafen von Oslo. Das Meer wirkte hier auf dem Campingplatz sehr sauber und einladend zum Baden, doch für uns war es Ende August doch schon etwas zu frisch und zu windig zum Baden. Für Windsurfer schienen die Bedingungen jedoch ideal zu sein.

Verdens ende | Hurdalssjøen

An unserem letzten ganzen Tag in Norwegen besuchten wir das “Verdens Ende – Ende der Welt”. Verdens Ende liegt am Ende des Oslofjords und von hier aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Nordsee.

Unsere letzte Nacht verbrachten wir im Hurdalsjøen Hotell & Spa. Die Lage des Hotel, am See Hurdalssjøen, ist wunderschön. Die Lage des Hotels ist für die Nacht vor der Rückreise einfach perfekt: Der Flughafen Oslo ist nur etwa 30 Minuten mit dem Auto entfernt. Zum krönenden Abschluss unserer Reise genossen wir im hoteleigenen Restaurant ein fast schon festliches Mahl mit einem guten Glas Wein dazu. Sieht selbst auf den Fotos, das Hotel ist wirklich zu empfehlen!

See

Fazit

Diese Reise war für uns die perfekte Mischung aus Kultur und Natur. Auf dem Roadtrip durch Südnorwegen konnten wir die beeindruckende Landschaft mit ihren Fjorden und Bergen geniessen, aber auch einige schöne Städte besuchen und einiges über die Geschichte Norwegens lernen. Besonders die Möglichkeiten Natur als auch Kultur zu erleben, machten die Reise zu einem schönen und abwechslungsreichen Erlebnis.

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